Artikel zum Thema Baurecht und Vergaberecht

Baugenehmigung und Abweichungen in der Bauausführung

Der Eigentümer eines historischen Fachwerkbaus beantragte eine auf § 35 Abs. 2, 4 Satz 1 Nr. 5 BauGB gestützte Baugenehmigung zur Sanierung und Erweiterung eines Wohngebäudes. Die Genehmigung wurde ihm erteilt. Im Zuge der Bauausführung riss der Eigentümer den Bestandsbau fast vollständig ab. Daraufhin legte die Baugenehmigungsbehörde den Bau im Juli 2010 still. Der Eigentümer beantragte im März 2011 die Erteilung einer Nachtragsbaugenehmigung für die bei der Bauausführung erfolgten Abweichungen… weiterlesen…

Ausschluss eines Bieters wegen Unzuverlässigkeit

Immer wieder stellt sich die Frage, ob schlechte Erfahrungen mit einem sich erneut zur Ausführung eines Auftrages bewerbenden Bieters bei der Eignungsprüfung Berücksichtigung finden können. Grundsätzlich lautet hier die Empfehlung, mit einer solchen Ausschlussbegründung vorsichtig zu sein. Auch das Oberlandesgericht Koblenz hatte sich mit dieser Frage in seinem Beschluss vom 25.02.2015 – Verg 5/14 zu beschäftigen. Ein öffentlicher Auftraggeber hatte Abrissarbeiten bei einem Bauvorhaben ausgeschr… weiterlesen…

Bauhandwerkersicherungshypothek und Einsicht ins Grundbuch

Vor Beantragung der Eintragung einer Bauhandwerkersicherungshypothek gemäß § 648 BGB mittels einstweiliger Verfügung ist es notwendig, die Identität des Bestellers der Bauleistung und des Grundstückseigentümers festzustellen. Erfahrungsgemäß verlangen die Grundbuchämter den Nachweis eines berechtigten Interesses. Dies kann Schwierigkeiten bereiten. In einem vom Oberlandesgericht München entschiedenen Fall, Beschluss vom 09.02.2015 - 34 Wx 43/15, hatte das Grundbuchamt die Auskunft auf das Bestan… weiterlesen…

BGH: Zeitpunkt der Beauftragung bestimmt anwendbare Honorarordnung

Mit Urteil vom 18.12.2014 - VII ZR 350/13 - hatte der Bundesgerichtshof die bislang streitige Rechtsfrage entschieden, welche Honorarordnung anwendbar ist bei stufenweiser Beauftragung eines Architekten. Dem Rechtsstreit lag ein typischer Stufenvertrag zugrunde. In einem ersten Schritt übertrug der Auftraggeber die Leistungsphasen 1 bis 4. Die Leistungsphasen 5 bis 8 sollten optional nach erfolgter Genehmigung des Bauherrnvorhabens erfolgen. Ein Rechtsanspruch auf die Übertragung dieser Leistung… weiterlesen…

Ausschreibung bei Gründung eines Zweckverbandes mit Aufgabenübertragung?

Das Oberlandesgericht Celle hat mit Beschluss vom 17.12.2014 - 13 Verg 3/13 - dem Gerichtshof der Europäischen Union zur Auslegung des Gemeinschaftsrechts gemäß Art. 267 AEUV zur Vorabentscheidung unter anderem die Frage vorgelegt, ob die Vereinbarung zwischen zwei Gebietskörperschaften, auf deren Grundlage sie durch Satzungen einen gemeinsamen Zweckverband mit eigener Rechtspersönlichkeit gründen, der fortan bestimmte Aufgaben, die bislang den beteiligten Gebietskörperschaften oblegen haben, in… weiterlesen…

Zuschlag auf Angebot mit offensichtlichem Kalkulationsfehler?

Ein Auftraggeber schrieb Bauarbeiten für eine Fahrbahnerneuerung aus. Ein Auftragnehmer gab ein Angebot ab, dass etwa 27 % unterhalb des zweitgünstigsten Angebots lag. Nach dem Eröffnungstermin teilte der Auftragnehmer dem Auftraggeber mit, dass er in einer Position des Leistungsverzeichnisses einen falschen Mengenansatz für den Asphaltbinder gewählt habe. Anstelle der geforderten Abrechnungseinheit „Tonne“ sei die Abrechnungseinheit „Quadratmeter“ und als Masseansatz 150 kg/Quadratmeter zu Grun… weiterlesen…

Rügefristen und Betriebsferien

In einem Verhandlungsverfahren mit Teilnahmewettbewerb bewarb sich ein Bieter. Während der Zeit vom 20.12.2013 bis zum 07.01.2014 war sein Büro wegen Betriebsferien geschlossen. Am 23.12.2013 wurde der Bieter per Telefax darüber informiert, dass und warum er die Hürde des Teilnahmewettbewerbs nicht überwunden hatte. Erst nach seiner Rückkehr am 07.01.2014 rügte er schriftlich einen Vergaberechtsverstoß. Im sich anschließenden Nachprüfungsverfahren wurde über die Rechtzeitigkeit der Rüge gestritt… weiterlesen…

Anforderungen an die Ausfertigung eines Bebauungsplanes

Der Verwaltungsgerichthof München hatte in seinem Urteil vom 28.10.2014 - 15 N 12.1633 zu entscheiden, ob ein Bebauungsplan ordnungsgemäß ausgefertigt worden war. Die Antragsteller im Verfahren wandten sich gegen die zehnte Änderung eines Bebauungsplanes. Nach acht für das vorliegende Verfahren nicht erheblichen Änderungen des Bebauungsplanes beschloss der Stadtrat der Antragsgegnerin die Aufstellung einer neunten Änderung mit der Absicht, ein Teilgebiet nördlich und östlich im Plangebiet vom Ve… weiterlesen…

EuGH: Strenge Ausschlussregeln unterhalb der Schwellenwerte zulässig

Im italienischen Vergaberecht für den Unterschwellenbereich ist der Ausschluss von Bietern vorgesehen, die Sozialbeiträge nicht vollständig bezahlt haben. Dabei genügt bereits ein Fehlbetrag von 100,00 € oder eine Differenz von 5% zwischen bezahltem und geschuldetem Sozialbeitrag. Entsprechend der gesetzlichen Bestimmungen schloss die Stadt Mailand einen Bieter aus, der lediglich 278,00 € Sozialbeiträge nicht gezahlt hatte, was aber auch über der 5%-Grenze lag. Der Bieter wandte sich gegen den A… weiterlesen…

Die Haftung des Architekten

Ein Bauherr möchte ein eingeschossiges „Toskanahaus“ errichten lassen. Der von ihm beauftragte Architekt informiert ihn darüber, dass in dem Baugebiet nur eine zweigeschossige Bauweise zulässig sei. Der Architekt übernimmt die Planung und Bauüberwachung der Errichtung eines zweigeschossigen Gebäudes. Nach Fertigstellung des Dachstuhls kündigt der Bauherr den Architektenvertrag, weil ihm der Innenarchitekt verschwiegen habe, kein Architekt zu sein. Er lässt den Rohbau abreißen, wobei festgestellt… weiterlesen…